Sind Karrieremessen tot?

Wie kommen Arbeitgeber und Bewerber/innen in der Regel zusammen? Richtig! Online!
Jobbörsen, Bewertungs-Plattformen, Business-Communities und Bewerbungsportale gibt es wie Sand am Meer. Alle versprechen noch mehr Infos in noch schnellerer Zeit. Information-Overload.
Doch dann gibt es noch die Offline-Welt der Jobsuche. Mitten darunter: Karriereevents, Jobmessen und Networking-Veranstaltungen. Alle zielen darauf ab, den ersten persönlichen Kontakt zwischen Unternehmen und Bewerber/in zu ermöglichen – noch vor der eigentlichen Bewerbung.
Allen Prophezeiungen zum Trotz halten die Möglichkeiten zur persönlichen Begegnung der Online-Konkurrenz wacker stand: Auf der Career Calling, Österreichs größter Karrieremesse, kommen jährlich 150 Arbeitgeber und 5.000 Studierende und Absolvent/innen zusammen. Von wegen „Karrieremessen sind tot“. Totgesagte leben eben länger.

Warum? Darum:

1.) Virtuelle Identität versus Realitätscheck

Online können wir anders auftreten als im täglichen Leben. Instagram wimmelt nur so von „Hochglanzheldenstories“. Auf Websites versprechen Arbeitgeber die coolsten Aufgaben, den genialsten Arbeitsplatz und jede Menge Spaß. Alle Bilder, alle Statements sind wohl durchdacht und gefiltert. Der virtuellen Selbstdarstellung sind kaum Grenzen gesetzt.
Der Realitätscheck hingegen erfolgt offline! Der Prüfung, ob ein Arbeitgeber hält, was er verspricht, also dem sprichwörtlichen „Blick hinter die Kulissen“, muss er sich erst im persönlichen Kontakt stellen. Auch ob ein/e Bewerber/in wirklich zum Team passt, zeigt sich erst im „Gespür“ füreinander.
Der Wunsch nach Sicherheit im Job wird gerade von der Generation Z wieder laut. Wahrscheinlich auch deshalb, weil immer weniger gesichert ist, welchen Infos man im Information-Overload des Internets wirklich glauben kann. Der vertrauenswürdigste und beste Realitätscheck ist und bleibt das eigene Bauchgefühl. Und die „Warn- bzw. Sympathie-Sensoren“, die bei einem persönlichen Treffen anspringen.

2.) „Ungooglebare“ Fragen

Duzende Studien belegen, dass täglich mehr neuer Content in der Online-Welt auftaucht, als wir aufnehmen können – uns fehlt schlicht und einfach die Zeit dazu. Das Internet platzt fast vor Informationen. Eine Kunst, in all der Fülle genau das Herauszufiltern, was man wissen mag. Noch dazu, wenn es um Entscheidungsgrundlagen – wie die für einen Arbeitgeber oder eine/n Bewerber/in – geht.
Aber: Auch das Internet weiß nicht alles. Und je spezifischer und individueller ein Anliegen ist, desto weniger kann eine Antwort darauf ausgespuckt werden. Subjektivität kann eben nicht pauschaliert werden.
Um wirklich genau die Infos zu sammeln, die man für die Entscheidung für oder gegen eine Beziehung – und nichts anderes ist ein Arbeitsverhältnis – braucht, benötigt es individuelle Fragen und Antworten. Praktisch, wenn man diese direkt seinem Gegenüber stellen kann.

3.) Die Effizienz macht den Unterscheid

Last but not least sind Karrieremessen vor allem eines: effizient. Zeit ist sprichwörtlich Geld. Wir streben alle danach, möglichst schnell die beste Wahl für die Job- oder Mitarbeiter/innensuche zu finden.
Wenn sich 150 Arbeitgeber und 5.000 Bewerber/innen auf einem Fleck treffen, kann man sich umschauen, Informationen einholen, abwägen, vergleichen und vorauswählen. Und das innerhalb weniger Stunden.

Fazit:

Auch wenn sich durch New Media und virtuelle Realitäten vieles ändert, bleibt manches dennoch gleich. Den persönlichen Kontakt als Entscheidungsgrundlage für Beziehungen wird so schnell nichts ersetzen. Karrieremessen sind aufgrund ihres Settings eine effiziente und praktische Möglichkeit, um Alternativen zu sondieren. Jetzt und auch in naher Zukunft.

Die nächste, große Chance ein Karriereevent zu besuchen ist bei der Career Calling am 23. Oktober. 150 Arbeitgeber und 5.000 Studierende und Absolvent/innen treffen sich in der Messe Wien, um sich kennenzulernen und ein Gespür füreinander zu bekommen. Mehr Infos für Arbeitgeber und Studierende auf careercalling.at