Das gängigste Arbeitsmodell am heimischen Arbeitsmarkt mag seine Vorteile haben. In einem Land wie Österreich erlaubt es eine klassische Vollzeitbeschäftigung für Ausgaben und Verpflichtungen aufzukommen und eröffnet Möglichkeiten wie ein Eigenheim, Kinder oder einen VW Sharan mit Schiebetüren. Der 9-to-5-Job bietet Sicherheit; Sicherheit, die für viele Kreative und/oder Unternehmer für’n Hugo ist.

Wenn du dich mit einem der fünf nachstehenden Punkte identifizieren kannst, bist du nicht verrückt, sondern einfach nicht für das Arbeitsmodell 1.0 geschaffen. Kein Ding, denn der Trend geht sowieso in eine neue Richtung. Also keine Angst, lies fertig und sieh der Gewissheit ins Auge.

1. Strukturen

Wenn du nicht damit klar kommst, Anweisungen von oben zu bekommen oder für jeden Schritt ein OK deines Vorgesetzten einzuholen, wird dich ein klassisches Angestelltenverhältnis, bei dem du für die abgesessene Zeit bezahlt wirst, in den Wahnsinn treiben. Du hattest heute Morgen unter der Dusche DIE IDEE, aber beim Versuch deinen Einfall umzusetzen, wirst du vertröstet und zur nächsthöheren Position im Unternehmen, die nun endlich mal entscheidungsbefugt sein soll, weiterverwiesen. Zwei Monate später kann sich keiner mehr erinnern und keiner will verantwortlich sein. Diese starren Strukturen sind Gift für dich und deine kreative Ader.

2. Flexibilität

Du willst selber entscheiden was du mit deiner Zeit und Ressourcen anfängst. Du willst dir von deinem Chef nicht haargenau vorgeben lassen, was du wann und in welcher Reihenfolge erledigen sollst. Alles, was du möchtest, ist ein Budget für die benötigten Ressourcen, ein Briefing zu dem, was von dir verlangt wird, und eine Deadline. Dann lieferst du auch Ergebnisse, die sich sehen lassen können und bietest sogar mehrere Optionen an, weil du dich in dem Spielraum voll entfalten konntest und deine Phantasie ein bisschen mit dir durchgegangen ist.

3. Routine

Routine ist nicht nur einer der gefürchtetsten  Beziehungskiller, sondern auch einer der Endgegner von Kreativität. Denselben Tagesablauf zu durchleben und die gleichen Aufgaben in der gleichen Reihenfolge zu erfüllen, macht dich verrückt. Du siehst den Tag in Zeitblöcken, in denen du deine verschiedenen Aufgaben einteilst, je nachdem wonach du dich gerade fühlst. Eingefahrene Muster ergebenen keinen Sinn für dich. Sätze wie „Das haben wir schon immer so gemacht“ lösen bei dir Brechreiz aus.

4. Motivation

Keiner kann von dir erwarten zu einer bestimmten Tageszeit motiviert und voller Tatendrang zu sein. Tatsächlich ist es so, dass viele Menschen einfach am Besten spätabends oder nachts arbeiten können. Du brauchst einen Job und ein Arbeitsmodell, bei dem du dann arbeiten kannst, wenn du die besten Ergebnisse lieferst und das ist nun mal nicht bei jedem um 09:00 morgens. Kreativität hat seine eigenen Zeiten und Orte. Wenn dir zu Hause auf der Toilette die besten Ideen kommen, solltest du nicht nur mehr Zeit am stillen Örtchen verbringen, sondern einen Arbeitgeber suchen, bei dem Ergebnisse zählen und der nicht kontrolliert wann und wo das geforderte Arbeitspensum erbracht wird.

5. Autonomie

Du brauchst Freiheit bei der Erfüllung deiner Aufgabe und möchtest nicht, dass dir ständig jemand dabei über die Schulter schaut. Sobald du dich unter Beobachtung fühlst, ist deine Kreativität verflogen, dein Verstand übernimmt und du lieferst Standardlösungen. Nicht besonders innovativ und eigentlich auch nicht dein Job. Du möchtest die Verantwortung für deine Aufgabe übernehmen und wenn Google dir nicht helfen kann, wirst du schon nach Hilfe fragen, ohne dass jemand dich ständig bei der Arbeit unterbrechen muss, um sicher zu gehen, dass alles nach seinen Vorstellungen läuft. Du bist der Gestalter, du brauchst deinen Spielraum. Du willst Entscheidungen treffen und einbezogen werden.

In einer unserer vergangen whatchACADEMY Talks mit Tina Deutsch (Senior Manager, Human Capital – Deloitte) haben wir auch über das Thema Zukunftsmodelle der Arbeit diskutiert. Tina bestätigt, dass immer mehr Bewerber bereit sind für die oben genannten Freiheiten auf andere, meist monetäre Benefits zu verzichten.

…und wenn du Routine liebst, ist das auch gut!

Wenn du all das einmal gefunden hast, in einem Job oder einem Unternehmen, dann bist du für alle Ewigkeit für die Arbeitswelt verdorben und möchtest nie wieder auf diese Freiheiten verzichten. Wenn du hingegen Routine liebst, gerne weißt was morgen bei der Arbeit auf dich zukommt und du eher entscheidungsscheu bist, dann ist auch das wunderbar und du hast gerade für dich herausgefunden, dass das klassischen 9-5-Arbeitsmodell genau dein Ding ist. Nichts ist wichtiger als sich in seiner Arbeitsumgebung wohlzufühlen, deswegen brauchst du einen Arbeitgeber, der dir dieses Umfeld bieten kann!

Welcher Job passt also zu dir? Mach jetzt unser Matching und finde Menschen, die so ähnlich ticken wie du und die Jobs haben, die sie lieben!

5 Comments 5 Anzeichen, dass ein 9-to-5 Job nichts für dich ist

  1. Pingback: Studium fertig – was nun? Was du wissen solltest, damit dir der Berufseinstieg leichter gelingt! | whatchaBlog

  2. Judith MassarJudith Massar

    Danke Helen für deinen offenen Kommentar. Ich tue mir selbst sehr schwer, schon um 9 im Büro und auch noch fit zu sein – eine typische Eule halt. Manchmal ist es da nicht leicht, einen Job zu finden, bei dem die Firma die Ansicht teilt, dass Mitarbeiter dann arbeiten können, wann es ihnen am besten passt bzw. wann sie am kreativsten oder produktivsten sind.

    Viel Erfolg bei der Jobsuche und einen guten Neustart!
    Judith

  3. Helen

    Endlich einmal ein Artikel, der mir vollkommen aus dem Herzen spricht. Ich dachte schon, ich sei hier eine völlig exotische Spezies, die mit dem klassischen 8 to five überhaupt nicht klar kommt. Ich hasse feste Strukturen, ich hasse Vorschriften, die keinen Sinn ergeben. Ich beginne lieber morgens sehr früh, zwischen 6:00 Uhr und 7:00 Uhr und gehe früh in den Feierabend, weil man ab 15:00 Uhr mit mir kaum mehr was anfangen kann. Spätestens 15:30 Uhr setzt bei mir Dauergähnen ein und ich warte nur noch sehnsüchtig auf den Feierabend, gucke alle 5 Minuten auf die Uhr. Völlig bescheuert sowas und vor allem ewiggestrig! Ich bin definitiv kein 8 to five Typ, weshalb bei mir ein baldiger Jobwechsel ansteht :)

  4. Pingback: 9 Dinge, die du vor Frühlingsbeginn noch tun solltest | whatchaBlog

  5. Heiko Jörges

    „Sicherheit, die für viele Kreative und/oder Unternehmer für’n Hugo ist“

    dieser Satz ist nobelpreisverdächtig – und findet meine vollendetste Zustimmung

    Tislima minn-Ghawdex

  6. vegantraveldreams

    Schöner Kommentar. Ich mag vor allem die Arbeitszeit von 9-5 (bzw eher 8-5 ;) ) nicht. Da hat man weder abends noch morgens viel vom Tag. Schichten wären mir da echt lieber, aber schwer im Büro. ;D

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