Keine Rechtschreibfehler, kein Massenanschreiben, keine Absendeadresse a la „schnucki5@mail.com“. Die gängigen Basics der guten Bewerbungspraxis kennst du sicher bereits. Unsere Head of HR, Lena Pösl, hat in ihrer Berufslaufbahn einige skurrile, lustige aber auch kreative Dinge erlebt. Sie hat uns erzählt, was ihr so alles ins Postfach flattert – und was du unbedingt vermeiden solltest.

1. Deine Bewerbung ist (noch) im Entwurfstatus

Bevor du dein Bewerbungsschreiben abschickst, checke nochmal alles durch. Dazu gehören Daten und Fakten ebenso wie Tippfehler, Formatierung oder Ansprechperson. Besonders, wenn du dich für eine Stelle bewirbst, in der es auf Sorgfalt und Detail ankommt – und das ist bei so gut wie allen Stellen der Fall.

Hier hört man oft das Argument, dass Rechtschreibfehler beispielsweise bei Programmiererinnen relativ egal sind. Doch gerade von Programmiererinnen wird besondere Sorgfalt erwartet, schließlich entscheidet oft ein Strichpunkt darüber, ob ein Programm funktioniert oder nicht. Dasselbe gilt für Verkäufer, die Waren sinnvoll ausschildern müssen, für Architektinnen, deren Häuser Jahr(hundert)e überdauern oder Masseure, die wunde Punkte genau treffen sollten. Ok, eine Ausnahme gibts: Als Boulevardjournalist kannst du dich vielleicht auch ohne Sorgfalt durchsetzen.

Den Punkt kennst du schon? Super, dann machst du es besser als viele jener Leute, die Lena ihre Bewerbungen geschickt haben: „Ich habe schon Lebensläufe bekommen, in denen noch Kommentare der Freundin drin waren. Da stand dann so etwas wie ‚Hier würde ich noch das und das ändern’“.

2. Dein Lebenslauf ist ein Template

Ein Template aus dem Internet ist per se noch kein No-Go. So auch der europäische Lebenslauf, der oft explizit gefordert wird, um Bewerber besser miteinander vergleichen zu können. Lena hat allerdings schon allerhand Skurriles bei solchen Templates erlebt: „Ich hatte mal einen Bewerber, der es nicht geschafft hat, die Namen seines ehemaligen Arbeitgebers in Templates einzusetzen. Da steht dann zum Beispiel: ‚Ich arbeite aktuell bei (hier Arbeitgeber einsetzen) als (hier Tätigkeit einsetzen)‘.“ Also lieber einmal zu viel drüber lesen!

Innovativer und kreativer kommst du natürlich rüber, wenn du Lebenslauf und Motivationsschreiben selbst gestaltest. Manchmal macht es aber durchaus Sinn, auf ein Template – zum Beispiel mit schöner Tabellenaufteilung oder Farbverläufen – zurückzugreifen. Es gibt jede Menge kreative Templates im Internet, die du individuell an deine Bedürfnisse anpassen kannst.

Beim Motivationsschreiben ist ein Template fehl am Platz. Gerade hier zählt Individualität. Allerdings: „Wenn man schon nur ein Anschreiben an verschiedene Firmen schreibt, dann sollte man wenigstens vorher checken, ob man die richtige Ansprechperson eingesetzt hat“, rät Lena. Falsche Ansprechpartner wirken natürlich alles andere als seriös.

3. Du versuchst, deine Lücken zu verstecken

Du hast nach dem Studium ein Jahr in Bali meditiert, hast Kinder in Argentinien unterrichtet oder in Neuseeland Kiwis geerntet? Dann sag es deinem zukünftigen Arbeitgeber nicht erst beim Bewerbungsgespräch! „Wenn man größere Lücken hat, dann sollte man auf jeden Fall bereits im Lebenslauf angegeben, was man stattdessen getan hat“, so Lena. Damit wissen Personaler, dass du nicht die ganze Zeit auf der Suche warst, sondern einer sinnvollen Tätigkeit nachgegangen bist.

Lena selbst sortiert Bewerber deshalb nicht gleich aus, „da wir generell sehr offen sind gegenüber Zick-Zack-Lebensläufen. In vielen anderen Unternehmen könnte das jedoch der Fall sein.“

4. Dein Anschreiben ist ein halber Roman

Die meisten Menschen könnten Abende lang nur von sich selbst reden – und das merkt man in ihren Bewerbungsschreiben. Leider ein No-Go, wenn der Personaler in 30 Sekunden entscheiden soll, ob eine Bewerbung in die nähere Auswahl kommt. Das weißt du bereits? Dann bewirb dich bei uns und mach Lena eine Freude. Viele Bewerbungen, die sie erreichen, sind mehrseitig und zählen meist nur auf, was bereits im Lebenslauf drin steht. Statt dessen sollte „das Motivationsschreiben im Prinzip nur eine wichtige Frage beantworten: Warum möchte ich diesen Job in dieser Firma?“ Dazu schreibst du dann noch in drei kurzen knackigen Sätzen, warum gerade du für diesen Job und diese Firma perfekt bist.

Viele Bewerber machen außerdem den Fehler, nur über sich selbst zu schreiben: Ich kann mich super weiter entwicklen, ich kann viel lernen, ich habe diese Skills und jene Ausbildungen. Doch: „Was hat das Unternehmen von dir? Wo kannst du sinnstiftend dabei sein? Mit welchen deiner Fähigkeiten bist du eine Bereicherung für die Firma?“ Das solltest du dich laut Lena zuerst fragen – und im Anschreiben so konkret wie möglich darauf antworten. „Vermeide außerdem standardisierte Floskeln, die sind nicht besonders aufschlussreich. Zum Beispiel ‚Engagement, Teamfähigkeit und Leistung sind drei meiner Stärken‘. Das sagt mir ohne konkrete Beispiele gar nichts“, so Lena.

5. Du checkst deine Mails nur alle heiligen Zeiten

Man glaubt es kaum, aber selbst in Zeiten der ständigen Erreichbarkeit kommt es vor, dass Einladungen zu Bewerbungsgesprächen nicht zeitnah beantwortet werden. Das ist ein No-Go, denn es zeigt vor allem eines: Dass du an dem Job gar nicht wirklich interessiert bist.

Wenn du nicht gerade Tim Ferriss heißt, erfolgreich ein Unternehmen führst und trotzdem nur vier Stunden die Woche erreichbar bist, solltest du deine Mails häufiger checken. Vor allem, wenn du Bewerbungen verschickt hast und auf eine Antwort wartest. Ein Tipp von Lena: „Schau in den Spamordner, ob vielleicht etwas hängen geblieben ist. Es macht einen sehr schlechten Eindruck, wenn man jemanden zum Bewerbungsgespräch einlädt und dann drei Tage nichts hört.“

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Damit kannst du punkten

Lena hat noch einen Tipp, was besonders gut ankommt: „Wenn man wirklich rausstechen will, sollte man sich überlegen, was für die Firma etwas Besonders sein könnte. Wenn man sich bei uns zum Beispiel mit Video bewirbt, fällt man gleich auf. Auch ein Lebenslauf als Website ist schon was anderes als ein herkömmliches pdf.“ Prinzipiell gilt: Je kreativer der Job, für den du dich bewirbst, desto besser ist es, wenn du eine gute Idee in die Bewerbung einbaust. Oder wie Lena es ausdrückt: „Nutze die Skills, die du hast!“

Selbst wenn du nicht die Anforderungen erfüllst, wirst du mit einer außergewöhnlichen Bewerbung vielleicht eingeladen. „Ich selbst will dann wissen, wer hinter so einer kreativen Bewerbung steckt“, meint Lena. Bei einer kreativen Bewerbung schwingt außerdem mit, dass derjenige offener gegenüber Neuem und lernfähig ist – und damit fehlende Skills schnell ausgleichen kann.

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