Hast du als kleines Kind auch davon geträumt im Zirkus zu leben? All die wundersamen Tiere und talentierten Menschen, die einen abwechselnd zum Lachen und Staunen brachten. All das, verpackt in einem bunten Zelt voller Musik und Spaß, das um die ganze Welt reist.

Doch je älter man wurde, desto realistischer wurden auch die Ansprüche an die Zukunft. Der Zirkus tauchte nur noch als längst vergessener Traum oder Spaßverein, beim Vorbeigehen an einem Werbeplakat auf.

Auch die Zirkuswelt hat sich mittlerweile gewandelt. Wirklich erfolgreich ist nur ein kleiner, elitärer Kreis, der den Zirkus zu einer Kunstform etablieren konnte. Bernhard Paul ist einer der wenigen, der das geschafft hat. Seit nun mehr 30 Jahren leitet er als Direktor den Circus Roncalli. Dabei wusste er bereits als kleines Kind, dass ihn seine berufliche Zukunft in die Zirkuswelt führen würde. Uns von whatchado hat er in 7 Fragen von seinem Leben, persönlichen Werdegang und seiner Arbeit erzählt.

„viele Interessen können zusammen einen neuen Job erschaffen“

Pauls künstlerisches Talent wurde erstmals von seinem Professor für Hoch- und Tiefbau entdeckt, woraufhin er an die Graphische in Wien wechselte um dort weitere Erfahrungen zu sammeln und seinen Abschuss zu machen. Daraufhin folgten einige Jahre als Art Director des “profil” und in einer internationalen Werbeagentur, bevor er sich im Alter von 29 Jahren seinen Kindheitstraum erfüllte und einen Zirkus gründete.

Die Arbeit im Zirkus ermöglichte es ihm, seine vielen verschiedenen Interessen (Werbung, Grafikdesign, Technik, Musik …) gemeinsam in einem Beruf auszuüben. 

„die einzige Regelmäßigkeit in meinem Leben ist der Beginn einer Vorstellung“

Dabei setzt sich der Beruf des Zirkusdirektors laut Bernhard Paul aus verschiedensten Berufen zusammen: Regisseur, Logistiker, Techniker, Betriebspsychologe, Kostümdesigner, Musiker und Therapeut sind nur einige davon. Neben der Planung des Programms kümmert er sich auch darum, den Zirkus bekannter zu machen und erledigt relevante Presse- und Werbetätigkeiten. Als Techniker trägt er zur Entwicklung neuer Baukonstruktionen bei, als Clown begeistert er die Zuschauer. Die einzige Regelmäßigkeit in seinem Leben ist der Beginn einer Vorstellung. Im Vergleich zu klassischen Formen des Zirkus profitiere der Circus Roncalli von den Einflüssen seines Vorlebens und seines Werdegangs.

“man muss sich die Welt wie durch eine Zirkusmanege anschauen – dann kommt man darauf, wie Zirkus in der heutigen Welt ausschauen kann”

Mitbringen muss man für diesen Beruf vor allem Kreativität, Innovation und Mut, sowie Durchhaltevermögen. Und natürlich muss man das Ganze “wirklich,wirklich lieben“. Das Coolste ist, wenn man es schafft das ganze Publikum, über die Altersunterschiede, Nationalität, Bildungsstand usw. hinaus gleichermaßen zum Lachen zu bringen.

Heute ist Bernhard Paul, neben der Arbeit im Zirkus, auch als Schauspieler, Buchautor und Redner in verschiedenen Bereichen (von Theater bis Business) tätig. Paul beteiligt sich außerdem an zahlreichen kulturellen Projekten. Gerade arbeitet er an dem ersten Zirkusmuseum Deutschlands, in dem er seine persönliche Sammlung von Zirkus- und Varietegegenständen – übrigens die größte in Europa- ausstellen wird.

 

Wir haben ihn nach ein paar coolen (geheimen) Facts gefragt, die er in gewohnt sarkastischer Manier preisgab:

Lieblingsmusik: Rock’n Roll

Welches Tier wärst du gerne: ein artgeschütztes

Lieblingsessen: gutes Essen

Lieblingsfilm: Fellini

In der Schule war ich: kein Vorbild

Welche Person, tot oder lebendig, würdest du gern kennenlernen: Charlie Chaplin

Hobbies: Ist das was man nicht gut genug kann, um es zum Beruf zu machen


Möchtest du mehr ungewöhnliche Jobs entdecken und vielleicht auch den richtigen Beruf für dich finden? Dann lass dich auf unserer Homepage inspirieren! Wir habe alle, vom Bundespräsidenten bis zum Rockstar, gefragt was das Coolste an ihren Jobs ist und wie sie dazu gekommen sind.

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